Die Stadt Mainz hat ihre Angebote für obdachlose Menschen angesichts der niedrigen Temperaturen verstärkt und stellt nach eigenen Angaben ausreichende Kapazitäten in Unterkünften und Notübernachtungsplätzen bereit. Sozialdezernentin Jana Schmöller sagte, das Hilfesystem im Stadtgebiet sei so organisiert, dass Verwaltung und Einrichtungen ihre Angebote gemeinsam koordinieren und vorhalten.
Angebote und Kapazitäten
Die Landeshauptstadt weist insgesamt 138 Plätze für Übernachtung und Schutz aus. Zu den Einrichtungen zählen das Thaddäusheim ausschließlich für Männer mit 34 Plätzen, das Heinrich-Egli-Haus ebenfalls nur für Männer mit 20 Plätzen, der Wendepunkt für Frauen mit 4 Plätzen, der NachtRaum in der Münsterstraße mit 30 Plätzen und täglicher Öffnungszeit von 18:00 Uhr bis 9:00 Uhr sowie die Übernachtungseinrichtung Haus 6411 in der Housing Area mit 50 Plätzen, darunter Notschlafzimmer für Frauen und Männer.
Für stationäre Resozialisierungshilfe mit Vollzeitbetreuung durch Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen stehen nach Angaben der Stadt 100 Plätze zur Verfügung. Dazu gehören UnterkunftPlus für Menschen mit psychischen Erkrankungen und komplexen Problemlagen mit 13 Plätzen, das Thaddäusheim mit 22 Plätzen, das Heinrich-Egli-Haus mit 50 Plätzen und der Wendepunkt mit 15 Plätzen nur für Frauen.
Ambulante Resozialisierungsangebote mit sozialpädagogischer Tagesbetreuung umfassen insgesamt 31 Plätze. Dazu zählen eine betreute Wohngruppe des Thaddäusheims mit drei Plätzen, drei Wohngruppen für junge Haftentlassene mit 12 Plätzen und drei Gruppen der Einrichtung Sprungbrett mit 16 Plätzen.
Träger, Beratung und zusätzliche Hilfen
Als zentrale Träger der Wohnungslosenhilfe nennt die Stadt den Caritasverband, Mission Leben, die Pfarrer-Landvogt-Hilfe sowie den Verein Armut und Gesundheit. Ergänzt werden die Angebote durch ehrenamtliche Initiativen, verschiedene Kirchengemeinden und den Kältebus des Vereins Rheinhessen hilft. Die Einrichtungen bieten ambulante und stationäre Resozialisierungshilfe, Beratung, Verpflegung und medizinische Versorgung.
Zu den weiteren Unterstützungsangeboten gehören eine Teestube auf der Zitadelle, ein Tagesaufenthalt in der Wallstraße, medizinische Grundversorgung durch Armut und Gesundheit, die Tafel sowie der Kältebus. Zahlreiche Kirchengemeinden organisieren zudem Essensausgaben, darunter die katholischen Gemeinden St. Stephan und St. Ignaz, St. Peter sowie Am Dom und St. Quintin sowie evangelische Gemeinden.
Beratungsstellen und Streetwork ergänzen das Hilfenetz: Es gibt eine Beratungsstelle für wohnungslose Frauen, eine psychosoziale Beratungsstelle in der Wallstraße, Streetworker Einsätze durch die Caritas sowie die Fachstelle Wohnraumhilfen und Schuldnerberatungen.
Keine verlässliche Zahl der Betroffenen
Die Stadt Mainz weist darauf hin, dass die Anzahl wohnungsloser Menschen im Stadtgebiet nicht verlässlich beziffert werden kann. Es gibt keine systematische Erfassung und für Menschen ohne festen Wohnsitz besteht keine Meldepflicht beim Bürgeramt. Viele Betroffene führen eine sehr mobile Lebensweise, was die Erfassung weiter erschwert.
Abschließend betont Sozialdezernentin Jana Schmöller: „Mit diesem breiten Netz aus Unterkünften, medizinischer und psychosozialer Versorgung, Streetwork, Beratungsangeboten und niedrigschwelligen Hilfen stellt die Landeshauptstadt sicher, dass niemand in Mainz im Winter draußen schlafen muss. Wer einen warmen und sicheren Platz braucht und ihn annehmen möchte, bekommt ihn.“
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