Donnerstag, 29.01.2026

Wiesbaden stellt integrierte Strategien für bezahlbaren Wohnraum einer südkoreanischen Delegation vor

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Eine Delegation der Gyeonggi Housing and Urban Development Corporation aus Südkorea hat sich in Wiesbaden über die kommunale Wohnraumversorgung informiert. Die Stadt stellte ihre Arbeitsschwerpunkte vor und erläuterte, wie Förderinstrumente und städtebauliche Steuerung in der Praxis zusammenwirken, um dauerhaft bezahlbare Wohnungen zu sichern.

Aufgaben und Instrumente der kommunalen Wohnraumförderung

Im Amt für Soziale Arbeit übernimmt die Abteilung Wohnen zentrale Aufgaben der sozialen Wohnraumversorgung. Sie setzt Landesrecht in praktische Fördermaßnahmen um, berät Menschen mit besonderem Wohnbedarf, vermittelt geförderte Wohnungen und steuert Projekte zur Entwicklung ganzer Quartiere. Dieses integrierte Vorgehen dient dazu, gezielt dort zu unterstützen, wo der Bedarf besonders groß ist.

Zur Umsetzung nutzt die Stadt eine Kombination aus Landes und kommunalen Mitteln. Mietpreis und Belegungsbindungen sollen Mieten langfristig unter dem Marktniveau halten. Die Vergabe geförderter Wohnungen erfolgt nach transparenten Verfahren. Aktuell sind rund 3.700 Haushalte als wohnberechtigt registriert, jährlich können etwa 500 Wohnungen vermittelt werden.

Praxisbeispiel Kärntner Viertel

Als konkretes Beispiel präsentierte die Abteilung das Projekt im Kärntner Viertel. Dort sind 101 Wohnungen entstanden, davon 36 gefördert. Durch die kombinierte Finanzierung von Stadt, Land und privaten Investoren konnten Mietniveaus realisiert werden, die deutlich unter dem örtlichen Marktpreis liegen. Die Stadt sieht das Projekt als Beispiel dafür, wie Fördermittel gezielt eingesetzt werden können, um bezahlbaren Wohnraum dauerhaft zu sichern und soziale Mischung in Quartieren zu fördern.

Herausforderungen und internationaler Austausch

Die südkoreanischen Gäste informierten sich auch über die aktuellen Herausforderungen, darunter steigende Baukosten, rückläufige Bautätigkeit und demografische Veränderungen. Die Wiesbadener Verwaltung betonte, dass es wichtig sei, ein verlässliches System für Haushalte und Partner in der Wohnungswirtschaft zu schaffen. Der internationale Austausch diente dazu, Erfahrungen zu vergleichen und Lösungsansätze zu erörtern.

Stadtvertreterinnen und Stadtvertreter hoben hervor, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt, Land und Wohnungswirtschaft sowie die klare interne Struktur der Wohnraumversorgung positiv bewertet wurden. Die Delegation würdigte die Vorstellung als nützlichen Beitrag, weil zahlreiche Regionen weltweit vor ähnlichen Aufgaben stehen.

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