In einer bemerkenswerten Enthüllung wurden kürzlich zwei bisher unbekannte Frühwerke von Johann Sebastian Bach in der Leipziger Thomaskirche präsentiert. Diese bedeutende Entdeckung erfolgte nach einer langjährigen Forschungsarbeit, die schließlich dazu führte, dass die Kompositionen dem renommierten Musikhistoriker Peter Wollny zugeordnet wurden. Es ist erwähnenswert, dass Wollny die Schriften bereits vor mehr als 30 Jahren aufgespürt hatte.
Die beiden Stücke, die Chaconnen in d-Moll und g-Moll, werden dem damals 18-jährigen Bach zugeschrieben und wurden erstmalig seit ihrer Entdeckung öffentlich aufgeführt. Ursprünglich kopierte Salomon Günther John diese Schriften, doch der Musikalische Stilvergleich deutet eindeutig auf Bachs unverkennbare Handschrift in den Werken hin, was die Zuordnung mit einer Sicherheit von 99,9 Prozent bestätigt.
Die Premiere dieser bemerkenswerten Werke fand unter der fachkundigen Interpretation des Organisten Ton Koopman statt. Die musikalische Gemeinschaft bezeichnet die Werke bereits jetzt als Bereicherung für zeitgenössische Komponisten, da sie sogar auf kleineren Orgeln gespielt werden können. Diese Entdeckung und Aufführung in Bachs ehemaliger Wirkungsstätte wird als wegweisendes Ereignis in der Musikwelt angesehen, das einen tieferen Einblick in Bachs frühe Schaffensperiode ermöglicht und sein musikalisches Erbe weiter bereichert.

