Das Kulturamt Wiesbaden hat einen Aufruf gestartet, mit dem es Beiträge zum hundertjährigen Bestehen der Caligari FilmBühne sammeln will. Gesucht werden Fotografien, historische Eintrittskarten, Postkarten sowie persönliche Erinnerungen und Anekdoten aus der Geschichte des Kinos am Marktplatz 9. Einsendungen sind per Post, persönlich im Kulturamt Schillerplatz 1 und 2, 65185 Wiesbaden, oder per E Mail an caligari-aufruf@e.mail.de möglich.
Geschichte des Hauses
Das Haus wurde als Stummfilmtheater Ufa Palast am 21. Dezember 1926 mit der Aufführung von Faust, eine Heldensaga eröffnet. Knapp 1000 Besucher fanden im damals eleganten Gebäude Platz. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die US Army das Kino von 1945 bis 1955. Im Jahr 1955 wurde das Gebäude nach Plänen des Architekten Ludwig Goerz grundlegend umgestaltet. Aus dieser Umgestaltung stammt die bis heute erhaltene, denkmalgeschützte Innenarchitektur.
Infolge einer Erbschaft gelangte das Haus in den 1970er Jahren in den Besitz der Stadt Wiesbaden und diente als Ausweichquartier für das Schauspiel während des Umbaus des Hessischen Staatstheaters. Am 16. April 1980 eröffnete das Deutsche Institut für Filmkunde, DIF e.V., das Archivkino Caligari. Dabei standen einmal wöchentlich filmhistorische Raritäten, nicht nur aus dem hauseigenen Bestand, auf dem Programm. Bis in die 1990er Jahre teilte sich das Caligari die Spielstätte mit den Boulevardtheatern Rheingauer Volkstheater und Komödie am Park, wodurch der reguläre Kinobetrieb nur eingeschränkt möglich war.
Programm, Sanierungen und Jubiläum
Im September 1990 übernahm das Kulturamt der Stadt Wiesbaden das kommunale Filmprogramm. Eine umfassende Sanierung im Jahr 2000 brachte die Caligari FilmBühne auf den neuesten Stand der Projektionstechnik. Aktuell laufen weitere Sanierungsarbeiten mit dem Schwerpunkt Brandschutz. Die Wiedereröffnung ist für das Frühjahr 2026 geplant.
Der Aufruf des Kulturamts richtet sich an alle, die Materialien aus der langen Kinogeschichte besitzen. Mögliche Beiträge reichen von Fotografien, die während Festivals oder besonderen Veranstaltungen entstanden sind, über Eintrittskarten aus den 1950er Jahren bis zu historischen Postkarten und persönlichen Geschichten. Ziel ist es, das gesammelte Material im Rahmen des Jubiläumsprojekts sichtbar zu machen und die vielfachen Erinnerungen an das Haus zu dokumentieren.
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