Donnerstag, 29.01.2026

Mainz erneut als dynamischste Stadt ausgezeichnet, Infrastruktur bleibt Schwachstelle

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Die Landeshauptstadt Mainz hat im Städteranking von IW Consult, Immoscout24 und Wirtschaftswoche zum vierten Mal in Folge den ersten Platz im Dynamik-Ranking belegt. Im Niveau-Ranking belegt die Stadt unter den 71 untersuchten kreisfreien Städten ab 100 000 Einwohnern den sechsten Rang. Das Ergebnis hebt starke wirtschaftliche Kennziffern hervor, zeigt aber zugleich Defizite beim neu eingeführten Infrastrukturindex.

Ranglisten und Bewertungsmethoden

Das Dynamik-Ranking basiert auf 36 Indikatoren und vergleicht die Entwicklung über die vergangenen fünf Jahre. Die Einordnung in das Niveau-Ranking berücksichtigt langfristige strukturelle Merkmale von Wirtschaftsstruktur, Lebensqualität sowie Arbeits- und Immobilienmarkt. Für 2025 wurde zusätzlich ein Infrastrukturindex eingeführt, der die Bereiche Forschung, Verkehr, Bildung, Digitalisierung und Klima bewertet.

Stärken in Wirtschaft und Produktivität

Mainz erreicht im Ranking besonders hohe Platzierungen bei Wirtschaftskennziffern. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner liegt bundesweit an erster Stelle, auch bei der Produktivitätsentwicklung belegt die Stadt den ersten Rang. Weitere Faktoren wie die Entwicklung des Arbeitsmarktes tragen zur Spitzennote im Dynamik-Ranking bei. Die Wirtschaftswoche hebt hervor, dass die wirtschaftlichen und sozioökonomischen Indikatoren in Mainz seit 2019 stärker gestiegen sind als in jeder anderen deutschen Großstadt. Als treibende Kräfte werden Unternehmen wie BioNTech, Schott und Werner und Mertz genannt. Zudem verzeichnet Mainz eine hohe Steuerkraft und eine vollständige 5G Mobilfunkabdeckung.

Infrastrukturindex zeigt Nachholbedarf

Demgegenüber steht das Ergebnis im neuen Infrastrukturindex, in dem Mainz mit Platz 43 nur im Mittelfeld rangiert. Laut Studie besteht hier insbesondere bei den bewerteten Faktoren Forschung, Verkehr, Bildung, Digitales und Klima Luft nach oben. Die Stadtverwaltung bezeichnet das Ergebnis als Hinweis darauf, wo gezielte Maßnahmen erforderlich sind.

Reaktionen aus der Stadtverwaltung

Oberbürgermeister Nino Haase wertet das Abschneiden als Bestätigung der bisherigen Politik und als Anlass, weiter an der Entwicklung des Standorts zu arbeiten. Zugleich kündigt er an, die Infrastruktur gezielt nachzujustieren und die Bemühungen zu intensivieren. Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz verweist auf vergangene Investitionen und die Ausrichtung auf Zukunftsbranchen. Sie betont, dass man sich nicht auf dem Erreichten ausruhen werde und weiterhin auf Innovation, Investitionen und Kooperationen setze, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Die Bewertung verbindet damit ein positives Gesamtbild wirtschaftlicher Dynamik mit der Forderung nach gezielten Investitionen in Infrastruktur und Forschung, um die Position langfristig zu festigen.

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