Das Queere Zentrum Wiesbaden steht kurz vor dem Umzug in neue Räume im Haus Metzler auf dem Walkmühlgelände. Bei einer gemeinsamen Baustellenbegehung haben Bürgermeisterin Christiane Hinninger, Vertreter des Queeren Zentrums und die Eigentümerin WiBau den aktuellen Stand begutachtet. Der Einzug ist für den 9. Oktober geplant, die neuen Räume umfassen rund 260 Quadratmeter.
Standort, Zeitplan und Stimmen
Das Haus Metzler gehört zum denkmalgeschützten Ensemble der Walkmühle. Nach Angaben der Beteiligten sind die Arbeiten an den Räumen weitgehend abgeschlossen. Bürgermeisterin Christiane Hinninger verwies auf die symbolische und praktische Bedeutung des Umzugs. Sie sagte, mit dem Einzug werde ein deutliches Zeichen gesetzt und die Arbeitsmöglichkeiten des Zentrums verbessert, außerdem habe die Stadt damit dauerhaft Raum für queeres Leben geschaffen.
Thorsten Karl, Vorsitzender des Queeren Zentrums Wiesbaden, betonte, die größeren und offen gestalteten Räume ermöglichten einen Ausbau des Angebots und verstärkte Kooperationen mit anderen Initiativen. Christoph Golla, Geschäftsführer der WiBau, verwies auf die Herausforderungen bei der Umsetzung im Bestand und hob hervor, dass eine Lösung gefunden worden sei, die den Anforderungen des Denkmalschutzes und den Bedürfnissen des Zentrums gerecht werde.
Angebot und Zielgruppen
Das Queere Zentrum Wiesbaden besteht seit 2022. Es versteht sich als Anlaufstelle, Beratungsstelle und Vernetzungsplattform für lesbische, schwule, bisexuelle, trans, intergeschlechtliche und queere Menschen, kurz LSBT*IQ. Das Zentrum bietet niedrigschwellige Beratung in unterschiedlichen Lebenslagen an. Dazu gehören Beratung beim Coming Out, Unterstützung bei Transfragen sowie psychosoziale Hilfe. Auch Angehörige und Menschen, die von feindlicher Diskriminierung, Gewalt oder Hasskriminalität betroffen sind, können Unterstützung erhalten.
Das Angebot richtet sich unter anderem an Jugendliche und junge Erwachsene, ältere Menschen, Geflüchtete sowie Angehörige. Nach Angaben des Vereins sollen die neuen Räume mehr Platz für offene Treffpunkte, Gruppenangebote und Vernetzungsarbeit bieten.
Finanzierung und organisatorische Begleitung
Die Stadt fördert das Queere Zentrum im Rahmen einer städtischen Förderrichtlinie. Die Zuschüsse betreffen demnach Raummiete, Ausstattung und den laufenden Betrieb. Die Eigentümerin WiBau begleitet den Umzug organisatorisch und unterstützt den Prozess zusätzlich im Rahmen des Programms Wiesbaden engagiert.
Mit dem Standortwechsel verliert das Zentrum seine bisherigen Räume im Haus Esch auf dem Walkmühlgelände nicht aus den Augen, es verlagert seine Arbeit jedoch in größere und dem Anspruch der Initiative angepasste Räume im Haus Metzler. Die Beteiligten sehen darin sowohl eine Verbesserung der Rahmenbedingungen als auch einen Beitrag zur Sichtbarkeit queeren Lebens in der Stadt.
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