Mittwoch, 29.04.2026

Zehn Wiesbadener Kitas erhalten DGE Zertifikat für Verpflegung und Bildungsarbeit

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Zehn städtische Kindertagesstätten in Wiesbaden sind am Freitag, 24. April, im Rathaus mit dem Fit Kid Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ausgezeichnet worden. Die Einrichtungen stehen stellvertretend für 42 städtische Kitas, deren Verpflegung regelmäßig extern nach dem DGE Qualitätsstandard überprüft wird. Die Stadt erreichte die Auszeichnung in diesem Jahr zum 15. Mal.

Prüfung nach DGE Qualitätsstandard

Die ausgezeichneten Kitas kochen demnach täglich frisch. Die Mahlzeiten werden in eigenen Produktionsküchen von ausgebildeten Fachkräften zubereitet. Grundlage für die Zertifizierung sind verbindliche Qualitätskriterien, die von der Auswahl der Lebensmittel über die Zubereitung bis zur pädagogischen Begleitung der Mahlzeiten reichen. In regelmäßigen Audits weisen die Einrichtungen nach, dass sie die Anforderungen der DGE erfüllen.

Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher betonte bei der Verleihung, dass es beim Essen in der Kita um mehr als reine Versorgung gehe. „Die Kinder lernen, wie vielfältig Lebensmittel sind, probieren Neues aus und entwickeln ihren eigenen Geschmack. Gleichzeitig erleben sie feste Abläufe und Gemeinschaft am Tisch. Und sie bekommen jeden Tag eine gute, ausgewogene Mahlzeit“, sagte Becher und hob hervor, dass diese Versorgung Familien im Alltag spürbar unterstützt.

Verknüpfung von Verpflegung und Pädagogik

Thomas Scheffler, Leiter der Abteilung Kindertagesstätten und Kindertagespflege, verwies auf die enge Verzahnung von Verpflegung und pädagogischer Arbeit. „Kinder sollen nicht nur versorgt werden, sondern positive Erfahrungen mit Essen machen und ein Gefühl für ausgewogene Ernährung entwickeln“, erklärte Scheffler. Dafür arbeiteten Leitungs, Hauswirtschafts- und Erziehungskräfte zusammen und setzten sich gemeinsam für das Wohl der Kinder ein.

Praktische Beispiele lieferten Mitarbeitende aus den Einrichtungen. Alexander Groß, Koch in der Kita Wörther See Straße, sagte, er koche mit guten, frischen Lebensmitteln, häufig direkt vom Bauern aus der Nachbarschaft, und man setze auch Bio Produkte ein. Er schätzte zudem die Arbeitszeiten, die sich besser mit Familie und Freizeit vereinbaren ließen als in der Gastronomie. Elisabete Rodrigues, Leiterin der Kita Scharnhorststraße, beschrieb die Ernährungsbildung im Alltag: Beim Frühstück, in der Kinderküche oder zusammen mit der Hauswirtschaft gebe es Transparenz, Mitwirkung und Förderung von Selbstständigkeit. Kinder erhielten Einblick in den Prozess von Zutaten bis zum fertigen Gericht und könnten aktiv zum Gelingen einer Mahlzeit beitragen.

Anerkennung auf mehreren Ebenen

Dr. Anna Kaiser, Geschäftsführerin der DGE Sektion Hessen, lobte die Rolle der städtischen Kitas in einem schriftlichen Grußwort. „Sie schaffen damit täglich Räume für Gesundheitsförderung, für Bildung und für nachhaltiges Handeln“, schrieb Kaiser. Sie verwies auf den hohen Anteil Wiesbadens an zertifizierten Einrichtungen: Von 68 zertifizierten Kitas in Hessen befänden sich 42 in Wiesbaden.

Kaiser hob zudem hervor, dass die Mitarbeitenden, insbesondere die Hauswirtschaftskräfte, mit dem Zertifikat formale Anerkennung für ihre Arbeit erhielten. Zugleich sei das größte Lob die tägliche Anerkennung durch die Kinder selbst, die für die Beschäftigten eine wichtige Motivation darstelle.

Die Auszeichnung dokumentiert nach Angaben der Stadt sowohl die Einhaltung fachlicher Standards in der Verpflegung als auch die Integration dieser Arbeit in die pädagogische Praxis der Einrichtungen.

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