Montag, 06.07.2026

Wiesbaden eröffnet drittes Quartiershaus und vernetzt lokale Unterstützungsangebote

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In Klarenthal Nord ist am 2. Juli das dritte Quartiershaus der Landeshauptstadt Wiesbaden eröffnet worden. Die Standorte sollen Beratung, Begegnung, Pflege und nachbarschaftliche Unterstützung im Stadtteil besser verzahnen und richten sich vor allem an ältere Menschen, Menschen mit Unterstützungsbedarf sowie deren Angehörige.

Was die Quartiershäuser leisten sollen

Die Quartiershäuser verfolgen das Ziel, niedrigschwellige Anlaufstellen vor Ort zu schaffen. Wer Fragen zu Pflege, Alltagshilfen, Beratung, Einsamkeit oder digitalen Anwendungen hat, soll nicht erst herausfinden müssen, welche Stelle zuständig ist. Stattdessen bieten die Häuser Orientierung und vermitteln passende Angebote. Dadurch sollen Unterstützungssysteme leichter zugänglich und nachbarschaftliche Hilfen gestärkt werden.

Partner und konkrete Angebote in Klarenthal Nord

In Klarenthal Nord liegt der Einstiegsschwerpunkt auf Begegnung, Information, Beteiligung und Angeboten rund um das Älterwerden. Bei der Eröffnung stellten sich die Johanniter, das Volksbildungswerk Klarenthal mit Kursen und Gemeinwesenarbeit, die Beratungsstelle Selbständiges Leben im Alter, die Initiative Digital im Alter mit ihren Lotsen, der Sozialverband VdK Hessen Thüringen sowie lokale Gruppen wie die Stricklieseln vor. Die Johanniter beteiligen sich unter anderem mit einem Mittagstisch. Der Pflegeteil des Angebots ist derzeit noch im Aufbau.

Erfahrungen aus den ersten Standorten

Das Modell war bereits an zwei weiteren Standorten gestartet. Im Dichterviertel und im Rheingauviertel wurde zusammen mit einer städtischen Wohnbaugesellschaft ein Quartiershaus aufgebaut, in dem offene Altenarbeit, digitale Teilhabe, Beratung und die Anbindung pflegerischer Angebote im Mittelpunkt stehen. Dort sind unter anderem Treffpunkt aktiv, Beratungsstellen für selbstständiges Leben im Alter, das Projekt Leben und Wohnen im Alter sowie Pflegedienste und ehrenamtliche Engagementlotsen aktiv.

Im Schelmengraben arbeiten unter anderem Wohnungsunternehmen, die Stadtentwicklungsgesellschaft, Werkstätten, eine Caritas Gesellschaft und die Johanniter zusammen. Auch hier werden soziale Arbeit, Beratung, pflegerische Bausteine, ein Mittagstisch und Begegnungsangebote verknüpft. Nach Angaben der Stadt können gerade niedrigschwellige Angebote wie Mittagstische Kontakte stärken und Unterstützungsbedarf früher sichtbar machen.

Hintergrund und Ausblick

Die Initiative geht auf einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Mai 2023 zurück. Ein Team im Amt für Soziale Arbeit hat seitdem mögliche Standorte identifiziert, Bedarfe analysiert und Kooperationsstrukturen aufgebaut. Mit einer Absichtserklärung vom 27. Februar 2026 wurde die Umsetzung mit beteiligten Wohnungsbaugesellschaften weiter konkretisiert.

In diesem Jahr ist mit Klarenthal Nord der dritte Pilotstandort eröffnet worden, ein vierter Standort am Gräselberg befindet sich in Vorbereitung. Die Pilotphase ist auf drei Jahre angelegt. Die beteiligten Partnerinnen und Partner wollen die Standorte evaluieren, um die Ergebnisse als Grundlage für eine mögliche Ausweitung des Modells zu nutzen.

Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher betont, dass ein Quartiershaus aus dem Stadtteil heraus wachsen müsse. Die Beteiligung der Menschen vor Ort zeige, welche Unterstützung gebraucht werde und wie das Angebot im Alltag konkret helfen könne.

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