Der Wiesbadener Verkehrsbetreiber ESWE Verkehr hat eine Kampagne für mehr Rücksichtnahme im öffentlichen Nahverkehr gestartet. Unter dem Motto „Unser Weg: Respekt“ richtet sich die Aktion an Fahrgäste und Personal und reagiert auf wiederkehrendes Fehlverhalten in Bussen und an Haltestellen, das Sicherheit und Wohlbefinden beeinträchtigt.
Hintergrund
Als Auslöser nennt das Unternehmen Rückmeldungen aus dem Fahrgastalltag und dem Fahrbetrieb. Typische Probleme sind lautes Telefonieren oder Musikhören in Bussen, Rauchen an Haltestellen, verbale und körperliche Übergriffe sowie sexuelle Übergriffe. Solche Vorfälle treten nach Angaben von ESWE Verkehr nahezu täglich auf. Wegen vermeintlicher Straftaten fordert die Polizei demnach mehrmals pro Woche Videoaufnahmen aus den Bussen an. Körperliche Angriffe auf Busfahrerinnen und Busfahrer oder auf Fahrausweisprüfende seien dagegen rückläufig.
Kampagneninhalte und Umsetzung
Die Kampagne rückt konkrete Alltagssituationen in den Mittelpunkt. Zunächst werden Hinweise und Motive auf den Onlinekanälen des Unternehmens und in den Fahrzeugen gezeigt. In den kommenden Monaten ist eine Ausweitung geplant, unter anderem durch Plakate an Haltestellen und großflächige Außenwerbung an Bussen.
ESWE Verkehr setzt dabei auf positive Botschaften statt auf Verbote. Beispiele für Slogans lauten: „Respekt ist: wenn deine Musik privat bleibt“ und „Respekt ist: wenn du an andere denkst“. Nach Angaben der Geschäftsführung sollen die Motive zum Mitmachen anregen und helfen, den Bus zu einem Ort zu machen, an dem sich alle wohlfühlen.
Ziel und Wirkung
Das erklärte Ziel der Kampagne ist es, gegenseitige Rücksichtnahme zu fördern, Konflikte und Beschwerden zu reduzieren und die Sicherheit für alle Beteiligten zu erhöhen. Marion Hebding, Geschäftsführerin von ESWE Verkehr, betont die klare Haltung des Unternehmens: „Für Respektlosigkeit oder gar Gewalt darf in Bussen kein Platz sein. Nicht unter den Fahrgästen und nicht gegenüber unserem Personal.“ Sie fügt hinzu, dass Rücksicht, Fairness und Respekt nichts kosten und viel bewirken können.
Die Kampagne folgt dem Ansatz, gewünschtes Verhalten sichtbar zu machen und zu verstärken. Das Verkehrsunternehmen stellt dazu verschiedene Motive und Informationen zur Verfügung und will in den kommenden Monaten prüfen, wie die Maßnahmen in der Praxis angenommen werden.
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